Sehr geehrte Kolleginnen, sehr geehrte Kollegen,
Ich gehe einmal davon aus, dass jeder zurzeit über die Basisdaten aufgrund der umfangreichen Presseveröffentlichungen informiert ist.
Vorab:
Es gibt glücklicherweise KEINE COVID19-krankheitsbedingten Ausfälle und die Krankenhäuse haben zwar vermehrt Anfragen und Aufsuchungen, allerdings ist mir ncoh von keinem eine Überlastung bekannt.
Mittlerweile sind nun einige Vorgaben des Trägers des Rettungsdienstes auf Entscheidungsgrundlage des Krisenstabes der Stadt Dortmund über den Mailverteiler an die Rettungswachen gegangen. Somit wurde der Tätigkeitsschwerpunkt unseres Verbandes in Dortmund abgedeckt.
Neben dem gilt es aber auch andere Tätigkeitsbereiche und weitere Dienststellen zu berücksichtigen.
Unser erklärtes Ziel ist die Gesundheit unserer Mitarbeiter*Innen zu schützen und die Arbeitsfähigkeit als Hilfsorganisation aufrechterhalten!
Seit 11.März gilt seitens der WHO der COVID-19-Erreger als Pandemie.
Alle Bundesländer melden bestätigte Fälle.
Neben NRW sind Bayern und Baden-Württemberg am stärksten betroffen.
Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland aktuell als mäßig eingeschätzt (RKI). Diese Gefährdung variiert aber von Region zu Region und ist in „besonders betroffenen Gebieten“ hoch. Der Kreis Heinsberg wird durch das RKI als „besonders gefährdetes Gebiet“ eingestuft. Italien, Österreich und die Schweiz wurden ebenfalls als Risikogebiete eingestuft. Für Urlaubsrückkehrer gelten hier besondere Maßnahmen.
Die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu. Bisher gibt es noch kein Medikament und keinen Impfstoff. An beiden Dingen wird weltweit mit Hochdruck gearbeitet. Mit einem Impfstoff wird in 2021 gerechnet.
Durch eine Vielzahl von Leuten wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass es ja in einem Jahr zu vielen Toten durch die Grippe kommt und hier nicht so ein „Hype“ gemacht wird. Hierbei ist allerdings anzumerken, dass es hierfür insbesondre Impfstoffe gibt, die die Aufrechterhaltung der gesundheitlichen Daseinsversorgung begünstigen.
Das RKI beschreibt die aktuelle Lage als sehr dynamisch und ernst zu nehmen.
Auf Bundes- und Landesebene wurden mit Stand Freitag, alle Veranstaltungen und Fortbildungen bis auf weiteres ausgesetzt.
Oberstes Ziel ist derzeit die zeitliche Verzögerung der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie. Dazu dienen die aktuellen Verfügungen und Erlasse der verschiedenen Bundes-, Landes-, Kreis- und Kommunalbehörden. Hierdurch können notwendige medizinische Ressourcen sowohl Material als auch Personal in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt werden, sodass das Gesundheitssystem insgesamt leistungsfähiger bleibt und nicht kollabiert. Weiterhin ist Grippe-Saison und die genannten Ressourcen werden derzeit auch für zahlreiche Influenza-Fälle benötigt. Da die Influenza jedoch stark von der Jahreszeit abhängig und die Fallzahlen mit Einsetzen des Frühlings bzw. Sommers üblicherweise stark zurückgehen, stehen zu diesem Zeitpunkt weitere medizinische Ressourcen (insbesondere in den Krankenhäusern) zur Verfügung, die dann zur Behandlung von COVID-19-Patienten eingesetzt werden können.
Die wirkliche Erkrankungsrate ist derzeit unklar, da milde Verläufe durchaus möglich sind. Teilweise fühlen sich manche Personen nicht mal wirklich „krank“. Aus epidemiologischer Sicht ist dies ein großes Problem, da Ansteckungen möglich sind, bevor die Symptomatik überhaupt auftritt. Die Sterblichkeit liegt aufgrund von Betrachtungen aus China bei ca. 3-5%. Wenn man allerdings annimmt, dass sich nicht alle Infizierten gemeldet haben bzw. erkannt wurden, wird die Zahl wahrscheinlich geringer sein wird (Virologen schätzen: 0,3-0,9%). Dies ist aber rein spekulativ.
Somit ist es auch in unserer Verantwortung, dass wir gemeinsam dazu beitragen, die Ausbreitung der Pandemie wirksam zu verlangsamen. Durch verschiedene Maßnahmen wird angestrebt, auch selbst in Fällen von auftretenden Infektionen unter Euch zu jeder Zeit handlungsfähig zu bleiben. Wie, wo und in welchen Umfang das ab einem bestimmten Zeit noch gegeben ist, wäre nun der Blick in eine Kristallkugel, da allen Beteiligten entsprechende Erfahrungswerte fehlen. Letztendlich werden viele Maßnahmen in enger Absprache mit den zuständigen Gesundheitsbehörden erfolgen.
Maßnahmen:
wie schon vorab veröffentlicht, möchten wir auf die entsprechenden Hinweise zur persönlichen Hygiene (Händewaschen, Hustenetikette etc.), aber auch auf den Hinweis zur Einschränkung der persönlichen Kontakte noch einmal explizit verweisen.
Alle Kurse der Breitenausbildung (Erste-Hilfe, Schulsanitätsdienst, etc.) werden zum jetzigen Zeitpunkt bis 20. April ausgesetzt bzw. verschoben.
der anstehende Rettungshelfer-Kurs wird auf Erlassgrundlage ausgesetzt/verschoben
Alle internen Fortbildungsveranstaltungen werden ebenfalls zum jetzigen Zeitpunkt bis 20. April ausgesetzt. Dies gilt auch für Übungen etc. in allen Bereichen!
Die Termine der Pflichtfortbildung Rettungsdienst bleiben noch bestehen, da es sich um die Fürsorge der Daseinsversorgung handelt. Nach einem Gespräch am Freitag mit einem Vertreter des MAGS, gehe ich davon aus, das wir auf Grundlage eines Erlasses diese in absehbarer Zeit für 2020 aussetzen werden!
Auf die Beteiligung bei externen Veranstaltungen und Dienstreisen ist zu verzichten bzw. erfolgt nur auf besondere Absprache mit der Geschäftsleitung
ab sofort gilt eine Zugangsbeschränkungen zu all unseren Einrichtungen/Dienststellen. Diese dürfen nur betreten werden, um zwingende Aufgaben zu erfüllen, die den Dienstbetrieb aufrechterhalten und bei Einsätzen. „Besuche von Betreibsangehörigen“ sind untersagt.
Eine Trennung von operativen Bereichen zur Verwaltung versuchen wir aktuell durchzuführen. Ich bitte daher alle Mitarbeiter*Innen die Besuche in der Verwaltung (und insbesondere mit Einsatzbekleidung) auf das absolut notwendige zu beschränken.
Vorbereitungen für teilweise Homeoffice-Arbeitsplätze wurden abschließend getroffen und erfolgen in Einzelabsprache mit der Geschäftsleitung
gesonderte Maßnahmen/Empfehlungen für den Bereich Hausnotruf erfolgen noch im Laufe dieser Woche, da hier noch einige Gespräche geführt werden müssen.
Abschließend möchte ich auch hier noch einmal betonen, dass ich die Lage als wirklich ernst ansehe. Hier gilt es allerdings mit dem notwendigen Augenmaß und einem entschiedenen Vorgehen, sich dem entgegenzusetzen. Ich persönlich denke, dass nun die Mehrheit den wirklichen Stand der Lage erkannt hat und wir uns gemeinsam dieser Krise entgegenstellen.
Dies wird nicht in ein bis zwei Wochen abgearbeitet sein, sondern wir sollten uns nun schon einmal mit dem Gedanken tragen, dass uns dies ggf. auch bis zum Herbst begleiten wird.
Für unser Ehrenamt speziell:
Da dies in unserem Verband in vielen Bereichen nicht nur durch den Einsatz von hauptamtlichen Personal/Einsatzkräften bewältigt werden kann, wäre es für den Verband und im Kern für die Bürger*innen hilfreich, wenn Ihr Euch via Mail an die bekannten Kontakte/Personen in unserem Verband meldet und mögliche „Kapazitäten“ immer (nach Möglichkeit) für die folgenden zwei Wochen meldet. Wo, wie und wann ein Einsatz erfolgt, kann ich aus jetziger Sicht, leider nicht sagen. Um das Verfahren zu vereinfachen, würden wir uns dann entsprechend bei Euch melden. Aufgrund der geschuldeten Lage wird dies nicht immer zeitnahe sein. Vielleicht hat der ein oder andere Student aufgrund des aussetzen seines Hochschulbetriebes Zeit....
Ich möchte hiermit jedem einzelnen, egal in welcher Funktion und in welchen Verhältnis zu unserem ASB stehend, für seinen Einsatz danken.
Gerne beantworte ich auftretende Fragen via Mail, allerdings ist es nicht immer möglich diese zeitnah zu beantworten. Wir werden versuchen, regelmäßig Informationen weiterzugeben und vielleicht auftretende Fragen auch gesammelt im Intranet zu beantworten. Ich bitte von Anrufen, die nicht wirklich dringend und unaufschiebbar sind, abzusehen. Danke schon einmal für das Verständnis.
Bleibt gesund!
Oliver Buff